Freitag, 1. März 2019

Karneval der Rollenspielblogs Februar 2019 - Flieger und Piloten - Luftschiff-Geschichten


Der Karneval der Rollenspielblogs ist eine monatliche Aufforderung, sich zu einem rollenspiel-relevanten Thema zu äußern, jeweils ausgerichtet von einem Blog, der das Thema vorgibt und die Arbeit des Zusammentragens übernimmt.
Im Monat Februar 2019 wurde der Karneval ausgerichtet von Greifenklaue, und zwar zum Thema:

Flieger und Piloten 

In diesem kleinen Nachtrag zu meinem Artikel Faszination Luftschiff von gestern möchte ich über die Leistungen und Schicksale bekannter und vielleicht nicht so bekannter Luftschiffe berichten, die man gut für eigene Abenteuer nutzen kann.
Von daher, setzt euch hin, der Sandfox erzählt heute ein paar ...

Luftschiff-Geschichten

Über das Ende des Luftschiffs Dixmude über dem Mittelmeer habe ich schon bei der RPG-Blog-O-Quest #030 – Abenteuer (März 2018) einige Worte verloren; so heißt es zwar offiziell, das Luftschiff sei von einem Blitz getroffen worden, doch da niemand von der Besatzung überlebte, konnte der wahre Grund für den Absturz des Schiffes nie geklärt werden.
Ich fand immer, dass dies der perfekte Aufhänger für ein Abenteuer sein könnte. Was hat sich wohl an Bord befunden, dass die Besatzung lieber ihr ganzes Schiff aufgab und in ein Gewitter steuerte, als es zu retten?

L 59 - Das Afrika-Luftschiff

L 59 (Baunummer LZ 104) startete am 3. November 1917 unter dem Kommando von Kapitänleutnant Ludwig Bockholt vom Luftschiffhafen Berlin-Staaken nach Deutsch-Ost-Afrika. Die Aufgabe des Schiffes war es nicht nur, die dort kämpfenden Schutztruppen unter General Paul von Lettow-Vorbeck mit Versorgungsgütern zu unterstützen, sondern das ganze Luftschiff war so konstruiert worden, dass es demontiert werden konnte, um seine Bauteile für die Zwecke der Schutztruppe zu nutzen. Eine Rückkehr der Besatzung war nicht geplant.
Nach einer Zwischenlandung in Jamboli im Süden Bulgariens startete L 59 am 21. November 1917 in Richtung Afrika, überquerte dabei das Osmanische Reich und Kreta sowie Teile von Ägypten.
Über dem Sudan, als schon über die Hälfte der Strecke geschafft war, erhielt die Besatzung jedoch aus Berlin die Order, wieder zurückzukehren, da Lettow-Vorbeck geschlagen sei (was jedoch nicht der Wahrheit entsprach).
Nach vier Tagen Flugzeit landete L 59 wieder in Jamboli, nach einer Nonstop-Flugstrecke von annähernd 7.000 Kilometern.
Im weiteren Kriegsverlauf ging L59 im April 1918 bei einem Angriff auf Malta verloren.

Selbst wenn man keine Geschichte um deutsche Soldaten im ersten Weltkrieg durchführen möchte, kann man aus den verschiedenen Berichten, die man auch online über dieses frühe Meisterstück der Luftfahrt finden kann, sicher ein spannendes Abenteuer über eine so außergewöhnliche Reise zusammenbauen.

LZ 129 - Die Hindenburg

Als größtes jemals gebautes Luftschiff sollte die Hindenburg nach dem Wunsch des Nazi-Regimes die Nachricht von der absoluten Führungsrolle Deutschlands im Bereich der Technologie in alle Welt tragen.
Das Schiff war gebaut worden, um von Frankfurt am Main nach Rio de Janeiro oder nach Lakehurst in der Nähe von New York zu fliegen. Es nahm seinen Passagierdienst am 6. Mai 1936 mit einem Start in Richtung Brasilien auf. Bis zu seinem unrühmlichen Ende unternahm es insgesamt zehn erfolgreiche Flüge nach Lakehurst und weitere sieben nach Rio de Janeiro.
Das Schiff war vergleichsweise luxuriös ausgestattet (wenn man von den engen Schlafkabinen im Inneren des Rumpfes absieht) und bot sogar einen Rauchersalon (ein Novum auf einem Zeppelin, dessen Tragkörper mit dem leichtentzündlichen Wasserstoff gefüllt war). Man war sich aber sicher, die Technik im Griff zu haben.
Doch am 6. Mai 1937 geschah über Lakehurst trotzdem die Katastrophe: die Hindenburg fing beim Landemanöver Feuer und verbrannte in weniger als einer Minute vollständig. 13 Passagiere und 22 Crewmitglieder starben in den Flammen oder beim Sprung aus dem abstürzenden Wrack, ein Mitglied der Bodenmannschaft wurde von den Trümmern erschlagen.
Die Katastrophe löste ein Trauma aus, welches faktisch das Ende der Passagier-Luftschifffahrt bedeutete. Die letzten verbleibenden Zeppeline LZ 127 und LZ 130 wurden bei Kriegsbeginn abgewrackt, und es sollte sechzig Jahre dauern, bis ein neues Starrluftschiff, der Zeppelin NT, entstand.


Warum ist die Hindenburg explodiert? Die gängige Meinung heute ist, dass der Lack, mit dem die Außenhülle des Schiffs gestrichen war, sich durch eine statische Entladung entzündete und binnen Sekunden dafür sorgte, dass die Wasserstofftanks im Innern zu einem gleißenden Feuerball wurden.
Doch vielleicht gibt es ja auch eine andere Erklärung, zumindest eine, die ausreicht, um daraus ein spannendes Rollenspielabenteuer zu stricken.
War es vielleicht Sabotage? Wenn ja, durch wen? Einen nach Meinung der Nazi-Oberen nicht existierenden Widerstand? Oder vielleicht doch eine ausländische Macht, die zeigen wollte, wie anfällig deutsche Technologie war?

L-8 - Der Geister-Blimp

L-8 war ein Blimp (ein Prallluftschiff ohne festen Rumpf), der eigentlich als Zivilluftschiff gebaut worden war, doch nach Pearl Harbor vermutlich unter dem Namen Rainbow in den Dienst der US Navy übernommen wurde.
Die Aufgabe dieser Schiffe waren Aufklärungsflüge an der Ostküste der USA; im Notfall konnten sie mit einem Maschinengewehr und zwei Wasserbomben auch gegen entdeckte U-Boote vorgehen.
L-8 startete am 16. August 1942 um 6:03 Uhr vom Stützpunkt Treasure Island zu einem Aufklärungsflug. Als Pilot fungierte Lieutenant Ernest DeWitt Cody, als Kopilot Ensign Charles Adams. Der Bordmechaniker, Maschinenmaat James Riley Hill, wurde zurückgelassen, da man wegen der vollgesogenen Hülle Gewicht sparen musste.
Die letzte Meldung der Besatzung erfolgte um 7:42 Uhr, als die Männer einen Ölfleck auf dem Wasser untersuchen wollten. In den nächsten Stunden wurde L-8 noch mehrfach gesehen, wie es scheinbar auf einem Suchkurs durch das Meer vor San Francisco fuhr und dabei auch Rauchgranaten abwarf. Auf Funkrufe reagierte die Besatzung jedoch nicht.
Um 10:20 Uhr entdeckte ein Flugzeug der Pan-Am das Luftschiff, das zuerst anscheinend unkontrolliert durch die Wolkendecke stieg und dann ebenso unkontrolliert wieder absackte.
Um 11:15 Uhr trieb das inzwischen definitiv führerlose Luftschiff am Ocean Beach wieder in Richtung Land. Der Tragkörper wies einen deutlich sichtbaren Knick auf, weil wohl Helium abgelassen worden war, doch ansonsten schien es keinen sichtbaren Schaden zu geben. Das Schiff setzte mitten auf der Bellevue Avenue des Stadtteils Daly City auf, wurde jedoch schwer beschädigt, weil hinzueilende Feuerwehrleute die Hülle des Schiffes aufschnitten, weil sie die Besatzung darin vermuteten.
Eine spätere Untersuchung durch die Marine zeigte, dass sich praktisch die gesamte Ausrüstung und Bewaffnung der Rainbow noch an Bord befand (bis auf eine Wasserbombe, die sich am Ocean Beach bei einem Rettungsversuch gelöst hatte und geborgen wurde). Von der Besatzung fehlte jedoch jede Spur. Die Tür der Kabine stand offen, und auch die Sicherung war nicht eingerastet.
Lieutenant Cody und Ensign Adams wurden nie gefunden.
L-8 machte noch eine Reihe von Aufklärungsflügen, bevor sie 1944 demontiert wurde. In anderen Konfigurationen fuhr das Luftschiff für zivile Zwecke noch bis 1982.
Die Gondel in der Ausrüstungsvariante als L-8 kann heute im National Museum of Naval Aviation in Pensacola, Florida bestaunt werden.

Was könnte den beiden Luftschiffern zugestoßen sein? Sind sie an einem Tag ohne große Wetterkapriolen einfach aus der offenen Kabinentür gestürzt? Warum waren sie nicht gesichert, wie es eigentlich üblich war? Und was haben sie gesucht, während sie scheinbar das Luftschiff noch unter Kontrolle hatten?
Oder ist vielleicht etwas anderes passiert? Wurden sie durch jemanden oder etwas von Bord gezogen? Wenn ja, warum hat niemand anders etwas gesehen?


Andere Ereignisse mit Luftschiffen

Zum Abschluss möchte ich noch kurz auf einige andere Ereignisse eingehen, die im Zusammenhang mit Luftschiffen stehen, die man sicherlich als Hintergrund oder Inspiration für den einen oder anderen Plot nutzen kann:
  • 1926:
    Der norwegische Polarforscher Roald Amundsen überfliegt am 12. Mai mit dem Luftschiff N 1 Norge unter dem Kommando von Umberto Nobile den Nordpol.
  • 1928:
    Der Italiener Umberto Nobile, inzwischen im Rang eines Generals, unternimmt den Versuch, mit dem Luftschiff N 4 Italia am Nordpol zu landen, stürzt dabei jedoch ab.
    Roald Amundsen stirbt beim Versuch, ihn zu finden und zu retten.
    Zwei Besatzungsmitglieder, die sich allein auf den Rückweg gemacht haben, stehen bis heute unter dem Verdacht, ein drittes Besatzungsmitglied gegessen zu haben, als ihnen die Vorräte ausgingen.
    Nobile wird von einem Flugzeug gerettet, das beim zweiten Anflug jedoch ebenfalls havariert.
    Die letzten fünf Überlebenden der Italia und der Pilot Einar Lundborg werden zwei Monate später vom russischen Eisbrecher Krassin gerettet.
  • 1929:
    Der Zeppelin LZ 127 Graf Zeppelin unternimmt eine Weltumrundung zwischen dem 1. August und dem 4. September. Der Start erfolgt in Friedrichshafen, danach fliegt das Schiff nach Lakehurst und wieder zurück, um dann in Richtung Osten die Welt zu umfliegen, über Sibirien, Tokio, San Francisco, Los Angelos und wiederum Lakehurst.
  • 1943:
    Am 8. Juli traf das amerikanische Luftschiff K-74 in den Gewässern vor Kuba auf das deutsche U-Boot U 134.
    Trotz eines gegenteiligen Befehls griff Lieutenant Nelson C. Grills, der Kommandant des Luftschiffs, das deutsche Boot mit dem Maschinengewehr an. Vermutlich konnte er auch eine Wasserbombe einsetzen, die jedoch keinen entscheidenden Schaden anrichtete. Die Flugabwehrkanone des U-Boots hingegen konnte dem Tragkörper von K-74 so großen Schaden zufügen, dass sich das Schiff nicht mehr in der Luft halten konnte.
    Oberleutnant zur See Hans-Günther Brosin, der Kommandant von U 134, brachte sein Boot in Sicherheit, bevor Verstärkung eintraf.
    Alle zehn Besatzungsmitglieder der K-74 überlebten den Absturz. Neun von ihnen konnten am nächsten Tag geborgen werden; nur ein Seemann starb bei einem Haiangriff und ist somit das einzige Opfer feindlicher Truppen unter den amerikanischen Luftschiffern.


Alle Beiträge zum Karneval der Rollenspielblogs Februar 2019
findet ihr übrigens bei Greifenklaue und im Forum von RSP-Blogs.de.

Donnerstag, 28. Februar 2019

Karneval der Rollenspielblogs Februar 2019 - Flieger und Piloten - Faszination Luftschiff


Der Karneval der Rollenspielblogs ist eine monatliche Aufforderung, sich zu einem rollenspiel-relevanten Thema zu äußern, jeweils ausgerichtet von einem Blog, der das Thema vorgibt und die Arbeit des Zusammentragens übernimmt.
Im Monat Februar 2019 wurde der Karneval ausgerichtet von Greifenklaue, und zwar zum Thema:

Flieger und Piloten 

Wenn ich überlege, welche Luftfahrzeuge mich besonders ansprechen, dann kann ich das sehr schnell beantworten: Luftschiffe!
Darum ist es mir auch bislang bei praktisch jedem Rollenspiel, für das ich geschrieben habe, gelungen, wenigstens ein Abenteuer über diese einzigartigen Gefährte am Himmel zu verfassen.
Doch woher kommt sie, diese ...

Faszination Luftschiff

Wie kein anderes Luftfahrzeug erwecken die riesigen Fluggeräte die Phantasie der Menschen, und wenn man das Glück hat, an einem der Orte zu leben, wo sie noch heute fliegen, so kann man sicher sein, dass die Leute auf der Straße stehen bleiben und fasziniert nach oben blicken, wenn das Dröhnen ihrer Motoren am Himmel ertönt.

Anders als dahinrasende Flugzeuge gleiten Zeppeline mit einer beruhigenden Langsamkeit dahin, nach der sich Menschen gerade heute sehnen. Sie verbinden Luftschiffe mit einer "guten alten Zeit", in der man noch nicht so gehetzt war wie heute.
Ein Gigant wie die Hindenburg, der sich in den Himmel erhebt, um nach Amerika zu fliegen, löst Träume aus, die mit den engen Konservendosen moderner Airliner wenig zu tun haben. Es ist das Bild einer vielleicht nicht zeitgemäßen oder wirtschaftlichen, aber faszinierenden Mischung aus Ozeanriese und Luxushotel, die in 60 Stunden einen Ozean überwindet.
Dieses Bild hat unser Denken bis heute geprägt, wenn es auch ganz andere, viel schlimmere Einsatzmöglichkeiten für Luftschiffe gab.
Doch an dieser romantischen Verklärung dürfte es auch liegen, dass ein Autor einen ganz einfachen Weg gehen kann, um uns zu zeigen, dass wir uns in einer anderen (besseren?) Welt befinden. In vielen, wenn nicht den meisten Fällen bewegen sich hier Luftschiffe über den Himmel, docken am Empire State Building an oder laden zu luxuriösen Weltreisen am Himmel ein.

Die meisten Menschen denken, die Geschichte der Luftschifffahrt endete mit der Explosion des Zeppelins Hindenburg über Lakehurst 1937, doch tatsächlich werden Luftschiffe verschiedenster Bauart bis heute eingesetzt, wenn sie auch schon lange nicht mehr die Bedeutung besitzen, die sie in den ersten vierzig Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts hatten.

Die große Zeit der Luftschiffe

In einer Zeit, in der Flugzeuge nur aus Holzlatten bestanden, über die man Segeltuch gespannt hatte, war ein Luftschiff mit seinem gewaltigen Tragkörper natürlich ein besonders ehrfurchtgebietender Anblick.
Vor allem aber hatten Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts die Luftschiffe Reichweiten und Flugeigenschaften aufzuweisen, mit denen sich kein anderes Fluggerät  messen konnte.
Mit Beginn des ersten Weltkriegs wurden sie deshalb auch für militärische Zwecke eingesetzt, flogen über Land und Meer Aufklärungseinsätze und wurden auch für erste Bomberflüge eingesetzt (und das nicht nur von den Deutschen, wie viele Leute heute annehmen).

Nach dem Großen Krieg war klar, dass sich ein militärisches Luftschiff im Vergleich mit den sich rasant entwickelnden Flugzeugen höchstens als Aufklärer eignete.
Und dennoch begann eine neue Ära des Luftschiffbaus. Es gab verschiedene Investoren, die (fälschlicherweise) dachten, sie könnten mit den silbernen Zigarren einen internationalen Passagierverkehr schneller aufbauen als mit den vergleichsweise kleinen Flugzeugen.
Leider wurde dabei die Wetteranfälligkeit der Luftschiffe immer deutlicher. So manches Schiff wurde von Stürmen gebeutelt zur Landung gezwungen oder ging in Gewittern verloren. Viele dieser Unfälle führten zum Totalverlust der anfälligen Giganten.
Auch holte die Technik weiterhin schnell auf, so dass den Luftschiffen irgendwann nur noch die Hoffnung auf den Interkontinental-Verkehr blieb.
Die Hindenburg war der Höhepunkt dieser Entwicklung, aber auch ihr Ende, bevor die Flugzeuge endgültig die Herrschaft übernahmen.
Vor allem die Amerikaner hielten aber auch an der Idee des Militärluftschiffs fest. Sie bauten mit der Akron und der Macon in den frühen dreißiger Jahren sogar zwei "Fliegende Flugzeugträger", die vier bzw. fünf Doppeldecker in Einsatz bringen konnten, um die eigene Reichweite zu erhöhen und sich zu verteidigen.
Bis weit in die Achtziger Jahre hinein wurden militärische Luftschiffe als Aufklärer, U-Boot-Jäger und sogar Transporter eingesetzt, wenn sie auch nie die Bedeutung anderer Waffensysteme erlangten.

Irgendwann waren Luftschiffe allerdings nur noch als fliegende Werbeträger unterwegs, die die Begeisterung der Zuschauer nutzten, um Firmennamen oder Logos besonders werbewirksam zu präsentieren.

Luftschiffe in Deutschland

Aktuell gibt es in Deutschland noch vier zugelassene Luftschiffe:
Wer also den besonderen Touch eines Luftschiff-Fluges erleben möchte, muss sich an einen dieser Orte begeben und die normalerweise horrenden Preise für einen Rundflug ausgeben (normalerweise kaum unter 300 €).

Neue Luftschiff-Projekte

Immer wieder tauchen Berichte auf, in denen kolportiert wird, dass eine neue Firma dabei ist, die große Zeit der Luftschiffe wieder aufleben zu lassen. Und sobald dies passiert, toben die Fans in aller Welt, die Zeitungen überschlagen sich, und die Fernsehteams bemühen sich darum, möglichst beeindruckende Bilder zu bekommen.
So geschah es auch 1996, als die Firma CargoLifter ankündigte, sie wolle mit dem CL160 ein großes Lasttransportluftschiff bauen, das bis zu 160 Tonnen Ladung tragen sollte!
Im Mai 2000 ging die Firma an die Börse und sammelte in den nächsten Jahren bis zu 70.000 Aktionäre um sich, die von dem Projekt begeistert waren.
Für die großen Bilder sorgte die gigantische Werfthalle, die in der brandenburgischen Gemeinde Krausnick entstand und noch heute mit einer Größe von 360×150×107m die größte freitragende Halle der Welt ist.
Leider wurde in den Folgejahren immer deutlicher, dass die hochtrabenden Pläne der Firma sich in Wirklichkeit nicht realisieren ließen. Das geplante Schiff wäre stark vom Wetter abhängig gewesen, da es für einen Instrumentenflug von seinen geplanten Flugdaten her nicht geeignet war, und auch die geplante Zuladung würde sich nicht erreichen lassen. Als das Projekt sich zudem mehr und mehr verzögerte, versiegten irgendwann die Geldquellen, und CargoLifter meldete im Mai 2002 Insolvenz an. Eine Nachfolgefirma baut heute Ballonkräne und plant weiterhin Luftschiffe, doch niemand rechnet noch ernsthaft damit, dass diese Pläne irgendwann wahr werden.
Wer sich übrigens die Halle ansehen möchte, der kann den Schwimmpark Tropical Islands besuchen, der in der riesigen Halle aufgebaut wurde.

Nun möchte man denken, dass irgendwann der Traum ausgeträumt sein muss, doch als vor einigen Jahren die Firma Aeros ihr Projekt Dragon Dream vorstellte, hofften wieder alle auf ein gutes Ende. 2013 unternahm sie einen ersten Probeflug, doch 2015 wurde der Prototyp durch den Einsturz seines Hangars beschädigt.
Wird die Dragon Dream jemals wieder fliegen? Und wenn, wird sie eine Renaissance der Luftschiffe einleiten?
Ich zumindest kann es kaum abwarten, bis wieder öfter ein silbriger Tragekörper langsam über mein Haus hinweg gleitet.

 
Weiter geht's übrigens morgen in Teil 2 unter dem Titel Luftschiff-Geschichten.


Alle Beiträge zum Karneval der Rollenspielblogs Februar 2019
findet ihr übrigens bei Greifenklaue und im Forum von RSP-Blogs.de.

Montag, 25. Februar 2019

Die CCXP ist nicht die neue RPC ... schade drum ...

Im September kündigten die Köln-Messe und RPC-Organisator Andre Kuschel in einem ersten Artikel an, dass die gute alte Role Play Convention (der Link als Erinnerung an gute alte Zeiten) Teil einer neuen Veranstaltung werden soll, welche die bisherige RPC aufnehmen sollte: die Comic Con Experience oder CCXP, veranstaltet von der brasilianischen Omelete Group.

Erste Verwirrung trat auf, weil der gewählte Termin genau parallel zur Comic Con Germany in Stuttgart gelegt wurde. Warum will sich eine neue Veranstaltung gleich mit einer etablierten Convention messen? Und wo bleibt der Fan, der sich jetzt entscheiden muss?

Alle Fragen sollten schließlich auf einer Presse-Konferenz geklärt werden, die tatsächlich am 7. November stattfand und komplett von DORP-TV übertragen wurde


Man merkte den brasilianischen Veranstaltern durchaus die Begeisterung für ihr Konzept an, wohingegen Andre Kuschel schwer ins Rudern kam, als man ihn zu einigen bekannten Punkten der RPC befragte (zum Beispiel zu verbilligten Ständen für Klein- und Kleinstanbieter).
Alles schien noch sehr im Fluss zu sein, aber wer nicht gerade an Stars und Sternchen interessiert war, musste sich wohl noch eine Weile gedulden, um zu erfahren, inwieweit sich ein Besuch auf der neuen Veranstaltung lohnte.

Die zeitgleich auf der Website veröffentlichten Konditionen bedeuteten für viele Anbieter sofort das Aus, da sich ein Stand um ein Mehrfaches gegenüber der letzten RPC verteuerte. Ankündigungen, dass sich hier noch was ändern würde, blieben bislang genau das, Ankündigungen.

Seit heute (25. Februar 2019) sind nun die Tickets für die CCXP erhältlich, und auch wenn man ein Tagesticket für Donnerstag oder Freitag "schon" als Early-Bird für 25 Euro bekommen kann, steigen die Preise bis zur eigentlichen Veranstaltung fast auf das Doppelte. (Wobei nicht verschwiegen verwenden soll, dass es auch Ticketkategorien wie Epic Experience oder Full Experience gibt, die auf Preise bis zu 1.450 € steigen!)
Wer sich näher informieren möchte, auch über das Preisgefüge, dem empfehle ich diesen Artikel auf der Seite Gameswirtschaft.

Was bedeutet das für Rollenspieler, die früher zur RPC gepilgert sind?

In keinem der Statements, von der ersten Meldung über die Pressekonferenz bis hin zu den jetzigen Aussagen der Köln-Messe, ist in irgendeiner Hinsicht eine klare Aussage zu Rollenspielen und ihren Verlagen zu finden. Nur ein kleiner Abschnitt auf der Website, verschämt versteckt auf einer Unterseite, spricht davon, dass man sie auf der CCXP antrifft.

Nun möchte ich nicht so tun, als wäre die RPC die beste Convention seit der Erfindung von geschnittenem Brot gewesen. Trotzdem war sie ein wichtiger Ablaufpunkt der Szene, um sich zu treffen und auszutauschen, vielleicht der wichtigste neben der SPIEL in Essen.

Man bekommt jedoch den Eindruck, dass vieles, was für uns Rollenspieler die RPC ausgemacht hat, auf der CCXP nicht mehr auftaucht. 
Ja, es gibt noch den Mittelaltermarkt, es gibt noch die LARP-Gruppen und Cosplayer ... letztendlich also all das, was man als Fotomotiv herzeigen kann. 
Der RPC-Award hingegen ist anscheinend verschwunden, sicher wiederum nicht der Weisheit letzter Schluss, aber trotzdem, jetzt einfach weg. 

Wahrscheinlich werden wir die Großen der Szene trotzdem hier treffen, aber wie es darüber hinaus aussieht, bleibt abzuwarten. Was machen die Kleinverleger, die sich normalerweise hinter ihrer Wagenburg aus Produkten hinstellen und versuchen, Leute für ihre Spiele zu begeistern? Trauen sie sich zu, den nötigen Umsatz zu machen, um wenigstens die Kosten reinzuholen? Viele von ihnen tun dies scheinbar nicht und haben ob des Preises und des sonstigen Aufwands bereits ihre Teilnahme abgesagt, manche öffentlich, manche im privaten Umfeld.
Wir alle sind vom Mittelpunkt einer großen Veranstaltung zu einer ungeliebten, zumindest aber unwichtigen Randerscheinung geworden.

Fahre ich zur CCXP?

Nach reiflicher Überlegung werde ich das nicht tun. 
Nicht aus Prinzip, und auch nicht wegen der Preise allein. Sondern weil mich vieles, was die Convention bietet, einfach nicht interessiert.
Ich denke, dass die Personen, die sich für die CCXP interessieren, einfach andere Dinge wollen als ich. Und auf sie wird man eingehen. Die Schnittmenge zwischen CCXP-Interessenten und den bisherigen Besuchern der RPC wird eventuell nicht allzu groß sein.
Das muss nicht schlecht sein, und vielleicht wird die CCXP zu einer großartigen Veranstaltung ... nur nicht für den Rollenspieler, der sich vor allem für sein Hobby interessiert.
Ich bin nicht so missgünstig, den Leuten hinter der Veranstaltung etwas Schlimmes zu wünschen.
Allerdings werde ich mich wohl umorientieren müssen, zusammen mit vielen anderen.
Wir sehen uns also auf der NordCon, der FeenCon, der Eulencon oder der SPIEL.

P.S.: Wer sich eine Karte für die CCXP besorgen möchte, möge seinen Browser hierhin richten.

Sonntag, 17. Februar 2019

Wie alles begann: Stephen Kings "Christine"

Jeder Autor hat diese Momente in seinem Leben, in denen er spürt, dass er gerade ein Stück Kunst erlebt hat, dass sein Leben verändern wird.
Und so verrückt das vielleicht für manche Leute klingen mag, für mich war das 1984 Christine, der erste Roman vom Großmeister des Schreckens, Stephen King, den ich je gelesen habe, und zugleich bis heute einer meiner Lieblingsfilme von John Carpenter.

Worum geht's?

Arnie Cunningham ist ein Schüler, für den die Highschool eine nicht enden wollende Kette von Demütigungen ist. Doch zum Glück hat er einen guten Freund, den Football-Star der Schule Dennis Guilder, der ihm immer wieder aus den schlimmsten Situationen heraushilft.
Doch all dies ändert sich in dem Moment, als Arnie ein heruntergekommenes Auto auf einem verwilderten Grundstück entdeckt. Der schrottreife Plymouth Fury von 1958 trägt den Namen Christine, und gegen den Widerstand seiner Eltern und zum Unverständnis seiner Freunde kauft Arnie den Wagen von seinen Ersparnissen und beginnt ihn zu reparieren.
Wider Erwarten macht er dabei schnelle Fortschritte, und schon bald kann er mit dem knallroten Straßenkreuzer vor der Schule vorfahren. Es gelingt ihm sogar, Leigh Cabot, das schönste Mädchen der ganzen Schule, zu seiner Freundin zu machen.
Arnie wird selbstbewusster, bis hin zur Arroganz, aber gleichzeitig auch unbeherrschter. Die Freundschaft mit Dennis und schließlich auch seine Beziehung zu Leigh drohen an der bizarren Liebe zu Christine zu zerbrechen.
Die Situation eskaliert endgültig, als die Schulschläger unter ihrem Anführer Buddy Repperton den Wagen in einer Nacht- und Nebel-Aktion vollständig zerstören. Als Arnie das zertrümmerte Auto findet, zerbricht etwas in ihm. Doch Christine baut sich unter seinen faszinierten Augen selbstständig wieder zusammen.
Pötzlich beginnt der rote Wagen einen grausamen Rachefeldzug gegen sene Peiniger, doch ist es wirklich das Auto oder doch Arnie, der diese Rachegedanken hegt?

Das Buch

Stephen King schrieb den Roman Christine 1982, das Buch erschien 1983 bei Viking. Im ersten Jahr verkaufte der Roman mehr als 300.000 Exemplare, und Stephen King, der im Nachhinein nicht wirklich von seinem Werk überzeugt war, nahm zum ersten Mal richtig Geld ein, weil er einen neuen Vertras ausgehandelt hatte.
Die deutsche Übersetzung von Bodo Baumann erschien noch knapp vor Beginn des Jahres 1984 bei Bastei Lübbe.
Zu jener Zeit entdeckte ich gerade den "King of Horror", und Christine war nach der Kurzgeschichtensammlung Nachtschicht der erste Roman, den ich von ihm las. Ich war (als Führerschein-Neuling) sogleich fasziniert von der Geschichte um ein verfluchtes Auto, das ein grausiges Eigenleben führte, und verschlang das Buch in kürzester Zeit.
Der Loser Arnie Cunningham war irgendwie ein Spiegelbild dessen, wie ich mich während meiner Schulzeit oft fühlte, und ich träumte davon, mit einem schönen Mädchen an meiner Seite ein mindestens ebenso cooles Auto zu fahren, und das, obwohl vor meinem Haus immerhin ein Opel Kadett mit Rallye-Streifen stand (damals schon ziemlich weit vorne).

Der Roman erhielt durchwachsene Rezensionen, und wenn man ihn objektiv betrachtet, stimmen die meisten der Kritikpunkte wohl auch. Es wurde immer wieder gesagt, King habe dieses Buch in einem einzigen riesigen Alkoholiker-Blackout geschrieben, und vieles wirkt auch so, als wisse der Autor nicht mehr, was er zehn Seiten zuvor geschrieben hat. Viel zu viele Kapitel scheinen keinen wirklichen Sinn zu erfüllen, und ganze Sub-Plots (wie eine Geschichte über Zigarettenschmuggel) könnte man entfernen, ohne dass der Roman etwas verlieren würde.
Und doch reißt King in den besten Teilen des Buchs dem amerikanischen Traum die grinsende Maske vom Gesicht und offenbart ihn als boshafte Fratze.


Der Film

Stephen King bot die Rechte an Christine noch vor der Veröffentlichung dem Produzenten Richard Kobritz zur Verfilmung an, und der sprang sofort auf die Geschichte an, welche in seinen Augen vor allem die Besessenheit der Amerikaner mit ihren Autos thematisierte.
Das von Bill Phillipps verfasste Drehbuch basierte auf einer Arbeitsfassung des Romans und nimmt sich einige Freiheiten gegenüber dem Original. So wurden beispielsweise einige der Todesszenen geändert, um sie filmisch ansprechender zu machen, teilweise aber auch, um sie überhaupt finanzieren zu können (so hätte die Todes-Szene des Schrottplatzbesitzers erfordert, dass Christine ein ganzes Haus plattmacht).
John Carpenter übernahm den Posten als Regisseur nicht aus Begeisterung, da er den Roman als wenig erschreckend empfand, doch nach dem Misserfolg seines Herzensprojekts Das Ding aus einer anderen Welt brauchte er einfach einen Job.
Die Besetzung besteht vor allem aus jungen, unverbrauchten Gesichtern, zum Beispiel dem späteren Baywatch-Star Alexandra Paul als Leigh Cabot in einer ihrer ersten Rollen. Altbekannte Gesichter wie Harry Dean Stanton als misstrauischer Bulle oder Robert Prosky als schmieriger Schrottplatz-Besitzer runden den Cast ab.
Musikalisch wird das Ganze vor allem von der typischen elektronischen John-Carpenter-Musik untermalt, doch dazwischen tauchen immer wieder alte Rock'n'Roll-Songs auf. Vor allem aber der Einstieg in den Film mit dem Song Bad to the Bone von George Thoroughgood & the Destroyers reißt den Zuschauer sofort in eine Welt, in der Musik und Autos mehr sind als einfach nur Nebensache.
Die auch heute noch beeindruckende Szene, in der sich Christine selbst wieder repariert, wurde übrigens erst im Nachhinein gedreht, weil der Regisseur zunächst das Mysterium aufrechterhalten wollte, dann aber doch einsah, dass das Publikum sehen wollte, was genau der Wagen tat, um wieder wie neu zu werden. Das obige Video enthält übrigens einige Ausschnitte dieser Momente.
Wie schon der Roman wurde der Film von der Kritik nicht gerade in den Himmel gelobt, und obwohl der Streifen an den Kinokassen nicht wirklich durchfiel, war er doch nicht der rauschende Erfolg, den man wegen des damals gerade übermäßig erfolgreichen Namens Stephen King erhofft hatte.

Die Folgen

Eine Zeitlang geriet Christine fast in Vergessenheit, doch der anhaltende Erfolg auf dem Heimkino-Markt (erst auf VHS, dann auf DVD und BluRay) machte aus dem anfangs wenig beliebten Streifen irgendwann einen Kultfilm.
Das gleichermaßen bullige und ästhetische Äußere des Plymouth Fury machte das eigentlich nicht sonderlich erfolgreiche Auto zu einer Art Sinnbild für die Autos der Fünfziger, und das, obwohl im Film auch Wagen der Baureihen Savoy und Belvedere den Platz der Hauptdarstellerin einnehmen mussten, weil man nicht genügend Furys auftreiben konnte.
Auch die inzwischen bekannte und bei den Fans beliebte rote Farbe war eigentlich nicht der Standard, sondern wenn überhaupt eine Sonderlackierung, da der Plymouth Fury normalerweise in Weiß mit goldenen Seitenstreifen angeboten wurde.
Das bösartige Auto wurde zu einem immer wiederkehrenden Bild vor allem in Verfilmungen von Stephen King. Bis heute tauchen in immer neuen Filmen und Serien, sie ich mehr oder weniger auf den "King of Horror" beziehen, rot-weiße Plymouth Furys auf, die mit dröhnendem Motor durch die Landschaft rasen. Für die besondere Rolle der wildgewordenen Auto-Dame spricht auch, dass spätere Bücher mit ähnlichem Thema wie Der Buick nie diesen Kult-Charakter erreichen konnten.
Und was John Carpenter angeht, der scheint sich inzwischen zwar vom Filmemachen weitestgehend zurückgezogen zu habn, doch ein von ihm selbst gedrehtes Musik-Video zu einer Neuaufnahme des Christine-Themas zeigt, dass auch er wohl inzwischen seinen Frieden mit dem roten Wagen geschlossen hat.


Die Folgen für mich

Auch bei mir ist Christine irgendwann unter den Hunderten anderer Bücher und Filme verloren gegangen, die ich in den 35 Jahren danach konsumiert habe. Das Buch verschwand in einem Regal in der zweiten Reihe, und die irgendwann gekaufte DVD wurde - feinsäuberlich im Regal einsortiert - vergessen.
Doch dann fand ich in einer Kiste im Keller einige alte Schreibmaschinenseiten, die wohl aus dem Jahr 1984 stammen mussten (einen Computer hatte ich damals noch nicht).
Sowohl der Roman als auch der Film Christine endeten damit, dass der dämonische Plymouth Fury möglicherweise nicht wirklich zerstört war, sondern sich erneut regeneriert hatte und nach einigen Jahren wieder loszog, um sich an denen zu rächen, die für seine zeitweise Zerstörung verantwortlich waren.
Mit gerade mal 19 Jahren hatte ich damals beschlossen, dass ich in der Lage wäre, eine adäquate Fortsetzung zu schreiben, in der die beiden Helden des Romans, Dennis und Leigh, die sich laut Original voneinander getrennt hatten, erneut aufeinander trafen und sich ihrer motorisierten Nemesis zu einem letzten Duell stellen mussten.
Somit ist diese Geschichte wohl eins der ältesten Werke aus meiner Feder, das den Weg in die Jetztzeit geschafft hat, und eins der ersten Beispiele für meine "Schreibkunst". Somit ist Christine im besonderen Maße verantwortlich für alles, was ich in den folgenden Jahren verfasst habe.
Damit ihr sehen könnt, was ich damals für eine gute Idee hielt, möchte ich wenigstens eine kurze Synopse des Textes bieten, den ich damals verfasst habe.

Christines Rückkehr

Ich hatte die Geschichte nach Las Vegas verlegt (warum, kann ich nicht mehr sagen, vermutlich hatte ich einen Film darüber gesehen und meiner Faszination für die Stadt in der Wüste nachgegeben), wo Leigh mit ihrem neuen Freund lebte, den ich schon auf der ersten Seite von Christine umbringen ließ.
Dennis hatte vom erneuten Auftauchen des Wagenms gehört und tauchte in Vegas auf, um Leigh beizustehen. Nachdem sie Christine in einer wilden Verfolgungsjagd entkommen waren, sich aber im Streit getrennt hatten, entführte Christine das Mädchen (bemerkenswerterweise in einer Szene, die dem obigen Musik-Video sehr ähnelt). Dennis lockte das verfluchte Auto daraufhin mit seinem Pontiac Firebird zu der Baustelle eines Casinos (ich schwöre, das war vor Knightrider, aber auch eindeutig nach Ein ausgekochtes Schlitzohr), wo es im strömenden Regen zum letzten Duell kam (ja, genau, in Las Vegas, wo es gefühlt nur ein paar Mal im Jahr ein paar Tropfen regnet).
Das Ende der nur wenige Seiten langen Geschichte war, dass Leigh aus dem fahrenden Auto sprang, während Dennis Christine mit seinem Wagen in ein frisch gegossenes Fundament schob, aus dem sie mehrfach versuchte, sich mit dröhnendem Motor zu befreien, bevor sie endgültig im Beton versank.
Dennis und Leigh, die am Ende natürlich wieder zusammen waren (ich bin nun mal ein Romantiker), besuchten irgendwann das fertige Casino, und sie waren sich beide absolut sicher, dass sie aus dem Bode der Eingangshalle das Dröhnen des mächtigen Achtzylinders hörten, der immer noch in seinem grauen ausgehärteten Gefängnis lief, selbst nach vielen Monaten.