Mittwoch, 22. Mai 2019

Sandfox labert ... über Originalität

Die meisten werden schon gar nicht mehr damit gerechnet haben, aber JA, Sandfox labert... startet in eine neue Runde.
Es hat zehn Monate gedauert, bis ich endlich wieder dazu gekommen bin, meinen eigenen Podcast aufzunehmen, aber ich hoffe, ich werde jetzt wieder öfter eine Folge produzieren und nicht immer nur als Gast oder Co-Laberer bei anderen Podcasts auftreten.

Als Thema habe ich mir deismal etwas ausgesucht, was mich immer wieder beschäftigt, vor allem, weil mich die Diskussionen dazu immer wieder zum Widerspruch reizen.
Es geht um das altbekannte Thema Originalität:



Wie im Podcast aufgezählt, findest du mich im Web unter:

Die Musik aus dem Podcast ist der Track The Big Moment von David Szesztay aus dem Album Commercial II, gefunden im Free Music Archive und lizensiert unter Creative Commons License Attribution-NonCommercial 3.0 Unported (CC BY-NC 3.0).

Samstag, 11. Mai 2019

Lovecraftesque - Szene 4 - Unter dem Hexenhof


Fortsetzung der Erzählung von nurderTim (Übersicht unter Lovecraftesque - Das Blogspiel)

Unter dem Hexenhof


Bericht zum Rettungseinsatz des ÖBRD (Österreichischer Bergrettungsdienst), Land Voralberg, vom 22. April 2019


Datum des Rettungseinsatzes: 22.04.2019 
Genaue Ortsangabe: Gemeinde Tschagguns, "Hexenhof"

Gegenstand des Rettungseinsatzes:
Rettung einer hilflosen, wahrscheinlich verletzten Person aus dem "Hexenhof", Gemeinde Tschagguns, gemäß anonymer Meldung bei der Ortsfeuerwehr Latschau

Schilderung des Rettungseinsatzes:
9:32 Uhr: Eingehen des weitergeleiteten Notrufs der Ortsfeuerwehr Latschau

10:00 Uhr: Ausrücken der Bergretter Alexander Semmelrath und Bernhard Moosleitner unter der Führung des Gruppenkommendanten Maximilian Wallner von der Basisstation des ÖBRD in Feldkirch

10:40 Uhr: Ankunft in Latschau, Aufnahme des ortskundigen Brandmeisters Felix Melchior

11:15 Uhr: Ankunft am "Hexenhof" (ehemals Schwartling-Hof) und Beginn der Untersuchung

11:30 Uhr: Bergretter Moosleitner entdeckt einen Rucksack in einem durch Blitzschlag halb zerstörten Nebengebäude des Hofs. Stoff eindeutig von Blut verschmutzt. Laut einliegender Brieftasche Eigentum von Raphael Duchamps, wohnhaft Saarlouis, Deutschland. Das Fundstück befindet sich am oberen Ende einer nach unten führenden Treppe, auf der schlammverschmierte Spuren von Fahrradschuhen nach unten führen. Treppe aus Stein gehauen, Stufen unterschiedlich groß.

11:35 Uhr: Bergretter Semmelrath entdeckt beim Abstieg an den Seitenwänden Zeichnungen und Symbole. Bei nährerer Betrachtung wurden diese vor kurzer Zeit grob mit einer undefinierbaren Masse überdeckt. Geruch und Aussehen sprechen für eine Mischung aus Schlamm, Blut und Fäkalien.
Gruppenkommandant Wallner macht ein Foto der Wand.

Foto 1 - Wand mit Symbolen, Hexenhof, Latschau

11:40 Uhr: Ankunft am unteren Ende der Treppe (Länge etwa 300 Stufen, Tiefe etwa 50m unter Bodenniveau). Der Gang weitet sich zu einer großen Höhle, grob kreisförmig, lichte Weite etwa 30m, lichte Höhe etwa 7m. Keine Spur des verschwundenen Raphael Duchamps.

11:45 Uhr: Untersuchung der Höhle durch die anwesenden Bergretter und Brandmeister Melchior. Zentral gelegen eine große Feuerstelle, umgeben von sechs steinernen, fast weißen Bänken, vermutlich für jeweils eine Person gedacht. An der der Treppe zugewandten Seite ein aus Stein gehauener Thron mit hoher Lehne, ebenfalls aus weißem Stein, aber mit bräunlich-roten Flecken bedeckt.
Spuren in der Asche rund um die Feuerstelle deuten darauf hin, dass der Verschwundene mit den Fahrradschuhen hier unten war. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit keine weiteren Spuren zu finden.

11:50 Uhr: Gruppenkommandant Wallner entdeckt bei einer Untersuchung der Asche in der Feuerstelle mehrere Knochen unbekannter Herkunft.
Die Knochen werden in einem luftdichten Sicherungsbeutel verstaut. Untersuchung durch die Kriminaltechnik steht noch aus.

11:52 Uhr: Bergretter Semmelrath entdeckt in der Asche einen menschlichen Schädel. Der Knochen zeigt deutliche Spuren von Gewalteinwirkung und Brandrückstände. Haut oder Haare sind nicht mehr festzustellen.
Der Schädel wird in einem luftdichten Sicherungsbeutel verstaut. Untersuchung durch die Kriminaltechnik steht noch aus.

11:53 Uhr: Brandmeister Melchior ergreift die Flucht vor dem "Hexenwerk" und läuft die Treppe wieder hinauf.
Unentschuldigtes Entfernen vom Sicherungsort wurde der Ortsfeuerwehr Latschau als zuständiger Diziplinarstelle gemeldet.

11:55 Uhr: Bergretter Moosleitner entdeckt unter der Asche weitere Zeichen ähnlich denen auf der Treppe, die tief in den Boden eingegraben oder -gemeisselt wurden.
Die gefertigten Fotos sind allesamt unscharf, so dass keine Dokumentation der Zeichen möglich war.

12:00 Uhr: Eine Untersuchung der Höhle ergibt, dass mehrere Gänge weiter in den Fels führen. Die Gänge sind offenbar teilweise überflutet und nicht sicher begehbar.
 12:02 Uhr: Bergretter Semmelrath meldet ein Geräusch aus einem der Gänge. Bergretter Moosleitner und Gruppenkommandant Wallner können dies nicht bestätigen.

12:05 Uhr: Gruppenkommandant Wallner befiehlt den Rückzug aus der Höhle und die Rückkehr nach Feldkirch, um weiteres Gerät und Ausrüstung sowie Verstärkung zu holen.

13:10 Uhr: Ankunft an der Basisstation des ÖBRD in Feldkirch

Kostenübernahme:
Da keine erfolgreiche Rettung stattgefunden hat, fallen die Kosten des Einsatzes dem Notfallbudget der ÖBRD zu.
Die Entscheidung über eine weitere Such- und Rettungsoperation steht noch aus und findet bei Bedarf nur in Abstimmung mit Kriminalgruppeninspektor Sundling vom Kriminaldienst Freikirch statt.

Für die Bergrettung:
Gruppenkommandant Maximilian Wallner
ÖBRD - Land Vorarlberg Landesleitung


Neuer Charakterzug des Protagonisten

Unvorsichtig

Neuer Nebenschauplatz

Höhlen unter dem Hexenhof

Hinweis

Knochen im Feuer

Das Blogspiel geht weiter bei ... 

Von der Seifenkiste herab ...


Das Bild zum Artikel stammt von Pexels, auf der Website Pixabay

Mittwoch, 24. April 2019

Fragen über das Schreiben - Woher bekommst du deine Ideen?

Im Rahmen der Reihe Fragen über das Schreiben möchte ich als erstes eine der häufigsten Fragen beantworten, die man als Autor gestellt bekommt, egal, was man schreibt...

"Woher bekommst du deine Ideen?"

Harlan Ellison hat diese Frage immer mit "Schenectady." beantwortet.
Auf die verblüfften Blicke seines Gegenübers hat er dann erklärt: "Es gibt da diesen Ideenladen in Schenectady, NY, und die senden mir mit schöner Regelmäßigkeit jede Woche ein neues Six-Pack an Ideen für gerade mal 25 Dollar."
Und nach jeder College-Vorlesung, in der er dies erzählt hat, kam immer irgendein armer Trottel zu ihm, um die Adresse des Ladens zu erfahren.

So einfach ist es leider nicht ...

Es ist nicht so, dass einem Autor die Ideen einfach so zufliegen.
Und wir sind auch nicht so genial, dass wir einfach so die wildesten Geschichten oder die sofort funktionierenden Regeln aus dem Ärmel schütteln (also, ich zumindest nicht).
Und bevor du mich fragst: Nein, ich kenne die Adresse der deutschen Dependance des Ideenladens aus Schenectady leider auch nicht.

Bröckchen für Bröckchen

Stattdessen gehe ich mit offenen Augen und Ohren durchs Leben und sammle Bits, kleinste Stückchen an Informationen und Inspirationen.
Das kann alles sein: ein Artikel aus einer Zeitschrift, in dem etwas Interessantes berichtet wird, ein Bild auf einer Website, ein Stück Musik, das Bilder oder Gefühle in meinem Kopf erschafft, eine Nachricht, die etwas in mir zum Klingen bringt, ein Podcast, bei dem sich manchmal nur ein Satz in meinem Gehörgang querstellt, ein Gespräch, bei dem ich plötzlich verstehe, wie das Gegenüber tickt.
Das Entscheidende ist dabei nicht, dass ich aktiv nach einer Idee suche, sondern dass ich es einfach geschehen lasse, mich inspirieren zu lassen.
Das Bit muss noch nicht relevant sein, es kann einfach nur ein Gefühl sein, ein Bild, ein Satz, eine Regelidee, ein Wunsch, etwas, das in deinem Kopf bleibt und wartet.

Gute Ideen brauchen Zeit

Diese Bits sind für sich selbst betrachtet noch nicht brauchbar.
Nehmen wir verschiedene Wissensbröckchen zu Bayern, die sich bei mir angesammelt haben.
Irgendwann habe ich mal gelesen, dass König Ludwig II. möglicherweise nicht ganz zurechnungsfähig war (oder vielleicht doch?) und vorgeblich Selbstmord im Starnberger See beging. Interessant, aber erst einmal nicht allzu erhellend.
Ein Sissi-Film, in den ich zu Weihnachten reingezappt habe, brachte mich dazu, Elisabeth Amalie Eugenie, Herzogin in Bayern (so ihr richtiger Name), zu googlen, nur um dann festzustellen, dass Ludwig II. mit ihrer Schwester verlobt war. Ein weiteres Bit zu Bayern, sogar mit einer Verbindung zu einem schon vorhandenen Bröckchen.
Ein Urlaub in unserem südlichsten Bundesland ließ mich an einem Schild vorbeifahren, das auf die Klosterbibliothek Metten verwies, deren Geschichte sich über viele Jahrhunderte spannte (leider konnte ich sie nicht besuchen, da ich mit zwei Kindern unterwegs war, die nach dem Urlaub einfach nur noch nach Hause wollten). Ich fragte mich sofort, ob nicht irgendwelche geheimnisvollen Dokumente hier dereinst gelagert haben.
Irgendwann blieb ich dann im Fernsehen bei einer Doku über die Entstehung des deutschen Kaiserreiches hängen, und ich erfuhr, dass mehrere Kriege dafür mitverantwortlich waren, unter anderem der Deutsche Krieg von 1866, bei dem Bayern als Verbündeter Österreich-Ungarns den Preußen unterlag.
Ein Radio-Feature brachte mir dann noch die teilweise absurde Schlossbau-Tätigkeit des bayrischen Märchenkönigs nahe.
Und ein Zeitungsartikel berichtete von den abgelegenen Dörfern in Franken, in denen es auch in unserer hochtechnisierten Zeit praktisch keinen Handyempfang und kein Internet gibt.
Vermutlich wären mir all diese Dinge niemals aufgefallen oder im Gedächtnis geblieben, wenn ich nicht irgendwann damit begonnen hätte, mehr oder weniger aktiv nach Dingen zu suchen, die etwas mit Bayern zu tun hatten.

Irgendwann macht es "Klick!"

Ich bin noch nicht so weit, dass ich weiß, was ich aus diesen Informationen machen kann.
Aber sie dümpeln zusammen mit Tausenden anderer Bits in meinem Kopf herum.
Sie befinden sich auch in Dokumenten auf meinem Rechner oder in Sprachmemos auf meinem iPod, aber der wichtige Punkt ist, dass ich zumindest die groben Ideen in meinem Kopf habe, damit sie dort arbeiten und sich mit anderen Dingen neu verbinden können. Sie tauchen plötzlich auf, wenn ich gerade etwas ganz anderes höre, wenn ein neues Bit in meinem Kopf auftaucht und sich seinen Platz im Gefüge meiner Gedanken sucht.
Und irgendwann passiert es dann: der eine Gedanke taucht auf, der alles in meinem Kopf an den richtigen Platz fallen lässt, und die Zahnräder beginnen sich zu drehen. Aus den vielen kleinen Stückchen ist ein größeres Ganzes geworden.
Jetzt geht es darum, diese Dinge weiter zu entwickeln.

Doch das ist eine andere Frage, und sie soll ein anderes Mal beantwortet werden.

Montag, 22. April 2019

Die Rückkehr der Europa-Gruselserie (Rezension)

Unter den Fans klassischer Hörspiele der siebziger und achtziger Jahre (den sogenannten Kassetten-Kindern) gilt die Europa-Gruselserie von H. G. Francis als einer der größten Meilensteine der deutschen Hörspiel-Geschichte.

Die Serie erschien 1981 zum ersten Mal. Die 17 Hörspiele bestanden teilweise aus recycelten Einzelhörspielen aus den Siebzigern, teilweise aber auch aus Originalen, die eigens für die Serie geschrieben wurden. Dazu kam noch ein separater Soundtrack von Carsten Bohn, der unter dem Titel Horror Pop Sounds erschien. Nach der insgesamt 18. Veröffentlichung wurde die Serie jedoch 1982 aus unbekannten Gründen eingestellt.

1987 gab es eine Wiederveröffentlichung von 10 Folgen, allerdings in stark veränderter Form.

Kurz darauf kam es zu einem Rechtsstreit mit Carsten Bohn um Tantiemen und Urheberrechte an der Musik, so dass eine weitere Neuauflage 1999 mit einem anderen Soundtrack erschien, teilweise auch gekürzt um Szenen, die man als zu drastisch empfand. Die Originale von 1981 und 1982 wurden dadurch erst recht zu gesuchten Sammlerstücken.
Mit dem Tod von Serienschöpfer Hans Gerhard Franciskowsky im Jahr 2011 wurde die Hoffnung der Fans auf eine Fortsetzung scheinbar zerstört.
Doch 2018 kündigte Europa plötzlich neue Folgen an, die am 1. März 2019 erschienen sind und die ich mir jetzt über Ostern endlich in Ruhe anhören konnte.
Können diese neuen Interpretationen den alten Schätzchen das Wasser reichen?

1: Polterabend - Nacht des Entsetzens


Gudrun und Gerhard feiern ihren Polterabend im engsten Freundes- und Familienkreis in ihrem weit außerhalb der Stadt gelegenen Landhaus.
Morgen soll dann die große Hochzeit stattfinden.
Doch als die letzten Vorbereitungen steigen, beginnen sich die seltsamen Vorkommnisse zu häufen.
Ob ein Poltergeist in dem alten Anwesen sein Unwesen treibt?
Oder gibt es doch ein  größeres Geheimnis, das diesen Ort umgibt?



2: Yeti - Kreatur aus dem Himalaya


Als in einer am Mount Everest entdeckten Kamera ein angebliches Foto des Yetis gefunden wird, macht sich eine Gruppe von fünf erfahrenen Bergsteigern auf den Weg in den Himalaya.
Sie sollen im Auftrag eines britischen Wissenschaftsmagazins klären, ob das Foto echt ist, oder ob es sich lediglich um eine der vielen Fälschungen handelt, wie man sie immer wieder findet.
Vor Ort bemerken sie rasch, dass hinter der scheinbaren Täuschung mehr steckt, als sie alle geahnt haben.

Bewertung

Seit 1973, als sie mit Das Geisterschiff ihre erste eigene Produktion verwirklichen konnte, hält Heikedine Körting, die Grande Dame des deutschen Hörspiels, im Hause Europa die Regie-Zügel fest in der Hand. Und auch heute, fast 50 Jahre danach, hat sie immer noch am Ruder fest in der Hand und kreiert im besten Sinne altmodische Hörwelten.
Wie man schon im vorab veröffentlichten Making-Of-Video sehen konnte, wurden die SprecherInnen offenbar als Ensemble aufgenommen, also nicht, wie es sonst heutzutage üblich ist, jeder für sich allein im Tonstudio. So können die SchauspielerInnen gut aufeinander eingehen und sich gegenseitig zu besseren Leistungen anstacheln.
Als SprecherInnen hören wir eine Mischung aus jungen und alt-bekannten Stimmen, wobei man als Insider der Hörspiel-Szene durchaus erkennt, dass einige SprecherInnen für ihre Rollen eigentlich zu alt sind, was aber beim reinen Hören nicht wirklich stört oder auffällt.
Ansonsten sind die Folgen immer wieder mit kleinen "Geschenken" an die Fans durchzogen, die alte Toneffekte und Musikschnipsel suchen und entdecken dürfen.
Auffällig ist jedoch, dass die Aufnahmen sehr leise ausgesteuert sind, so dass man schon kräftig am Lautstärkeregler drehen muss, wenn man sie in einer lauteren Umgebung hören möchte. So schockieren zwar die lauteren Effekte ein wenig, wenn sie plötzlich die Schallmauer zu durchbrechen scheinen, aber ich hätte mir doch etwas mehr "Dampf" in den normalen Szenen gewünscht.

Die Drehbücher von André Minninger sind ganz klar an die guten alten Zeiten angelehnt, und sie bieten den DarstellerInnen viele Möglichkeiten, sich voll in ihre Charaktere und die einzelnen Szenen hineinzusteigern. Allerdings sind die Hörspiele auch etwas länger als früher ausgefallen, was ihnen nicht immer gut tut.
So braucht Polterabend - Nacht des Entsetzens doch eine Weile, bis die Folge in Gang kommt, und zu welcher Zeit diese Geschichte spielen könnte, ist zumindest nicht ganz klar, da vieles ganz klar nach den Siebzigern oder Achtzigern klingt, die Nennung von Handys die Geschichte aber eindeutig später verortet. Abgesehen davon kann man über die Grundidee zu dieser Gruselgeschichte sicherlich geteilter Meinung sein. Letztendlich kriegt die Folge aber mit einer spannenden Endszene noch die Kurve.
Yeti - Kreatur aus dem Himalaya ist hingegen eine klassische Monstergeschichte. Auch hier sind wieder einige Wendungen enthalten, die ein wenig erzwungen wirken, aber das ist eigentlich eher eine Tradition der Gruselserie als eine Schwäche der neuen Drehbücher. In diesem Fall ist es allerdings eher das Ende, das ein wenig seltsam wirkt; würde das wirklich so passieren?

Präsentation

Da mir nur die MP3-Files vorliegen, kann ich zur Ausstattung der physischen Kopien nur wenig sagen. Immerhin gibt es aber neben der CD - für die Fans solcher Ausgaben - auch eine Vinyl-Platte zu kaufen.
Die Cover von Wolfgang Damerius erinnern an die Erstausgabe der Gruselserie, wenn auch in etwas modernerem und comicartigerem Gewand. Das kann man mögen oder nicht, ich persönlich finde sie durchaus gelungen.
Was mir aber wirklich negativ auffiel, war die Tatsache, dass bereits die Produktbeschreibung von Polterabend - Nacht des Entsetzens ein wesentliches Element der Handlung verraten hat. Ich finde, das muss nicht sein.

Fazit

Viele Fans von damals, die für sich die Gruselserie von 1981 inzwischen zum nostalgisch verklärten Nonplusultra der Hörspielgeschichte gemacht haben, sind naturgemäß nicht zufrieden mit dem Neustart der Serie.
Die Cover, die Drehbücher, die Sprecher, die Tatsache, dass es überhaupt eine Fortsetzung gibt, alles muss sich einer teils harschen und unverdienten Kritik stellen.
Dabei war auch die alte Gruselserie letztendlich nur eine Sammlung von mehr oder weniger gruseligen Geschichten, die vor allem für Kinder und Jugendliche gedacht war. Oft genug wurden Handlungslemente als Grundlagen der Drehbücher benutzt, die sich vor allem cool anhörten, aber im Zusammenspiel eigentlich keinen Sinn ergaben. Dracula, Frankenstein, der Werwolf und andere "Standards" wurden hier in liebevoll gemeinten, aber dann doch tendenziell unlogischen oder seltsamen Zusammenstellungen durch teils wüste Geschichten geschickt. Die Hörspiele waren die B-Filme der Hörspiel-Szene, aber das machte nichts, denn genau dafür habe ich sie auch immer geliebt.
All diese Traditionen werden auch von den ersten beiden Exemplaren der Neuauflage aufrechterhalten. Nicht jede Wendung der Handlung ist logisch, nicht alle Szenen wirklich sauber aufgelöst, aber das Zusammenspiel der Darsteller bzw. ihrer Charaktere hat den Beteiligten offensichtlich viel Spaß gemacht und reißt vieles wieder heraus.
Und die Erinnerung an gute alte Zeiten erledigt den Rest

Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf Folge 3, Moskitos - Anflug der Killer-Insekten, die am 3. Mai 2019 erscheinen soll.

Wenn du dir hingegen nicht sicher bist, ob diese Hörspiele etwas für dich sind, dann kannst du dir mit dieser Hörprobe auf YouTube dein eigenes Bild machen.

Produkt-Informationen

Verlag: Europa (2019)
Autor: André Minninger
Grafische Gestaltung: Wolfram Damerius
Regie: Heikedine Körting
Umfang: 1 CD oder LP (53 bzw. 59 Minuten)
Preis (CD): 6,99 €
Preis (MP3): 5,99 €
Preis (Vinyl): 18,99 €


1 - Polterabend - Nacht des Entsetzens und 2 - Yeti - Kreatur aus dem Himalaya
können bestellt werden bei Hoerspiel.de:
Folge 1: CD & MP3 / Vinyl
Folge 2: CD & MP3 / Vinyl