Dienstag, 14. April 2020

Die besten Horrorfilme des Jahres 2011 - "Cabin in the woods" & "Trollhunter"

Die Übersicht über die ganze Artikel-Reihe befindet sich hier.

Fahren wir fort mit unserer Tour durch die Zehnerjahre des 21.Jahrhunderts und begeben wir uns ins Jahr 2011.

Das Jahr 2011

Ein Erdbeben und ein anschließender Tsunami lösen im japanischen Fukushima eine schwere Nuklear-Katastrophe aus, was in Deutschland zum Atomausstieg führt. Der arabische Frühling nährt für eine gewisse Zeit im Nahen Osten die letztendlich trügerische Hoffnung auf Demokratie und Veränderung. Gleichzeitig schlittert der Euro in eine tiefe Krise mit Rettungsschirmen und Konsolidierungsmaßnahmen, und der Tod des Technikvisionärs Steve Jobs lässt seinen Konzern Apple zeitweise kopf- und ziellos zurück.
"Stresstest" ist das Wort des Jahres, und ich beschäftige mich mit der deutschen Ausgabe von Cthulhu Now und schreibe für das Cthulhu Spielerhandbuch das Abenteuer Sie haben Ihr Ziel erreicht.

Der Horrorfilm des Jahres: Cabin in the woods

Es gab schon immer Filme, die sich daran versuchten, die Methoden und Tricks des Horrors offenzulegen oder sie - kombiniert mit anderen Handlungselementen oder ironischen Brüchen - zur Grundlage eines neuen Films zu machen.
Cabin in the woods holte 2011 zu einem Rundumschlag gegen das Genre aus und mischte seine Abrechnung mit der Einfallslosigkeit vieler Horrorfilme und den immergleichen aufgewärmten Klischees mit einer gehörigen Portion sarkastischen und bösartigen Humors.


Fünf junge Studenten machen sich auf den Weg zu einer einsamen Waldhütte. um ein wildes Wochenende zu erleben. An der letzten Tankstelle vor dem Ziel werden sie von dem schmierigen Tankwart gewarnt, dass in der Hütte nichts Gutes auf sie wartet, doch sie schlagen seine Worte in den Wind und fahren doch zu ihrem Ziel.
Dort erwecken sie eine alte Macht, die ihnen nun nach dem Leben trachtet. Doch anders als in vielen anderen Filmen dieser Art (und es gibt sicher Tausende davon) wird hier das Verhalten der Monster und Opfer von einer geheimen Regierungseinrichtung aus kontrolliert und teilweise auch gesteuert.
Und wie es scheint, dreht sich bei diesem Vorhaben alles um nicht weniger als den Fortbestand der Menschheit.

Cabin in the woods beginnt mit einer Szene in der angesprochenen Einrichtung, die schließlich in einen Titel-Schriftzug mündet, der augenblicklich an die Achtziger erinnert. Diese Eröffnungssequenz erweist sich natürlich als ausgesprochen geschickter Schachzug, wenn man bedenkt, dass die nun folgende Handlung zunächst einmal nach dem 1.000. Aufguss alter Klischees aussieht. Doch so will man wissen, was diese wirklich widerwärtig selbstherrlichen Kretins in ihren Laborkitteln, die man sofort mit Inbrunst hasst, mit all dem zu tun haben, was den jungen Leuten.
Auch einige andere Szenen, die scheinbar nicht in ins Bild der Klischees passen, wecken die Neugier des Zuschauers.
Und soviel sei verraten, er wird für seine Geduld belohnt, denn Cabin in the woods fährt vor allem am Ende eine ganze Menagerie von Monstern auf, entweder klassische Kreaturen oder geschickt abgewandelte Kopien, wenn die entsprechenden Rechte nicht frei verfügbar waren. Das Ganze wird dann noch mit einem stellenweise sehr zynischen Humor garniert, der jedoch möglicherweise manchem Zuschauer auch sauer aufstoßen wird.
Das Ende des Films passt hingegen hervorragend zu diesem boshaft-amüsierten Grundtenor und ist auf angenehme Weise kompromisslos inszeniert.
Cabin in the woods wurde zum Überraschungshit und hätte sicher auch das eine oder andere Sequel nach sich gezogen, wenn das nicht so absurd gewesen wäre. So bleibt uns ein Film, der genau weiß, woher er kommt, und darum auch vor allem erfahrenen Horror-Fans Spaß machen wird, die gerne versuchen können, alle Referenzen auf bekannte Filme und Reihen zu entdecken.

Ehrenvolle Erwähnung: Trollhunter

Der norwegische Film Trollhunter versucht sich an dem Spagat, einen Found-Footage-Film über die Jagd nach Trollen zu inszenieren, der so aussieht, als sei er real und ohne Filmteam realisiert worden, der aber gleichzeitig stark von seinen aufwändigen Spezialeffekten abhängt.
Und tatsächlich gelingt ihm dieses Vorhaben bemerkenswert gut.


 
Das Titelbild stammt von Maret Hosemann und wurde heruntergeladen von Pixabay.

Dienstag, 7. April 2020

Die besten Horrorfilme des Jahres 2010 - "Insidious" & "Monsters"

Die Übersicht über die ganze Artikel-Reihe befindet sich hier.

Wir beginnen unsere Reise durch die Zehnerjahre des 21.Jahrhunderts im Jahr 2010, und wenn wir auf die Ereignisse von damals zurückblicken, erscheint es fast unglaublich, dass das alles schon zehn Jahre her sein soll.

Das Jahr 2010

Das Jahr wird in Deutschland bestimmt durch den Streit um den Bahnhofsneubau Stuttgart 21 und die Katastrophe um die Love Parade in Duisburg. Lena gewinnt den Eurovision Song Contest mit Satellite, und Deutschland wird unter dem Dröhnen der Vuvuzelas Dritter bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika. Haiti wird durch ein Erdbeben völlig zerstört, und 33 Bergarbeiter überleben in Chile 33 Tage unter der Erde.
"Wutbürger" ist das Wort des Jahres, und ich beschäftige mich mit der bislang letzten Version des Regelwerks von Plüsch, Power & Plunder sowie dem Cthulhu-Quellenband Wien - Dekadenz und Verfall.

Der Horrorfilm des Jahres: Insidious

Regisseur James Wan und Drehbuchautor Leigh Wannell hatten mit ihrem Film Saw einen waschechten Superhit hingelegt, der bislang 7 Sequels nach sich zog (ein Teil 9 ist aktuell in Produktion).
Der direkte Nachfolger Dead Silence um verfluchte Bauchrednerpuppen zündete zwar nicht wirklich, aber mit Insidious kehrten die beiden wieder in die Erfolgsspur zurück.


Die Familie Lambert zieht in ihr neues Haus. Nach wenigen Tagen fällt ihr Sohn ohne jede Erklärung ins Koma. Von diesem Zeitpunkt an werden die verbleibenden Familienmitglieder von unbekannten Phänomenen geplagt. Zudem scheint die Ehe der Eltern an den Vorkommnissen zu zerbrechen, als Josh Lambert sich mehr zurückzieht, um sich den Problemen nicht zu stellen.
Als sie in ein neues Haus ziehen, um den "Geistern" zu entkommen, müssen sie erkennen, dass die Erscheinungen offenbar nichts mit dem Gebäude zu tun hatten ...

Insidious wurde von vielen Kritikern als klischeehafter und uninteressanter Geisterfilm bezeichnet. Tatsächlich findet man viele klassische Bilder und Motive in diesem Film, doch man kann den beiden Machern trotzdem keine Einfallslosigkeit vorwerfen. Sie geben sich stattdessen alle Mühe, ihre Geschichte mit neuen Handlungselementen und einer außergewöhnlichen Auflösung zu versehen.
Dabei werden zwar einige Elemente von Dead Silence wiederverwertet, und wer die späteren Filme der Reihe Conjuring - Die Heimsuchung sieht, wird auch erkennen, wo die Filmemacher sich stilitisch und inhaltlich selbst zitieren. Trotzdem steht der Film sicher genug auf seinen eigenen Beinen und weiß mit viel Atmosphäre und so manchem Schreckmoment zu überzeugen.
Insidious zog bislang drei Sequels nach sich, wurde jedoch vom Erfolg der folgenden Geisterfilm-Reihe um Conjuring - Die Heimsuchung, die ebenfalls von Wan und Wannell entwickelt wurde, nahezu überrollt (was ich allerdings nie ganz nachvollziehen konnte).
Auf jeden Fall  ist mir Insidious als Beispiel für einen hervorragend gemachten Geisterfilm im Gedächtnis geblieben.


Ehrenvolle Erwähnung: Monsters

Der außergewöhnliche Alien-Invasions-Film Monsters hat sich seinen Platz in dieser Aufzählung verdient, weil Regisseur Gareth Edwards ihn für nicht mal eine halbe Million Dollar im Guerillastil drehte, von den geschickte getimeten Außenaufnahmen bis hin zu den überzeugenden Spezialeffekten; bei Godzilla und Star Wars: Rogue One durfte er dann mit deutlich größeren Budgets jonglieren.


  
Das Titelbild stammt von Maret Hosemann und wurde heruntergeladen von Pixabay.

Sonntag, 5. April 2020

Ein Jahrzehnt des Schreckens - Die besten Horrorfilme aus den Jahren 2010 bis 2019

Am 7. Januar habe ich etwas über das neue Jahrzehnt geschrieben, im Artikel 2020 - Los geht's!

Vieles hat sich seitdem verändert, doch vieles ist auch gleich geblieben, manches gar wichtiger geworden, als ich je erwartet hätte.

Eigentlich fasste ich direkt danach den Entschluss, das vergangene Jahrzehnt noch einmal Revue passieren zu lassen, doch verschiedene Ereignisse (bei Weitem nicht nur Corona) ließen diesen Gedanken wieder in Vergessenheit geraten.
Jetzt, wo der Virus scheinbar alles Denken und Schaffen beherrscht, möchte ich die Zeit mit sinnvollen Aufgaben füllen, und auf einmal klang die Idee aber wieder interessant. Also dachte ich darüber nach, was quasi MEIN Rückblick auf die letzten zehn Jahre sein könnte.

Manchmal ist der erste Gedanke einfach der Beste: warum keine Retrospektive auf die meiner Meinung nach besten Horrorfilme der Jahre 2010 bis 2019? Ich habe schon immer ein besonderes Faible für die düstere Seite der Phantasie gehabt, für die seltsamen und abgründigen Geschichten des Grauens, die eben vor allem in diesem Genre anzutreffen sind.

Ich lade euch also ein, gemeinsam mit mir die Geschichte der Zehner Jahre zu durchwandern und einige alte Bekannte wiederzutreffen, vielleicht aber auch den einen oder anderen Fremden kennenzulernen. Schauen wir uns gemeinsam an, welche Streifen mich besonders gegruselt haben, welche einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, welche vielleicht sogar mein weiteres Schaffen beeinflusst haben.
Für jedes Jahr werde ich kurz berichten, was sich in der Welt gerade zugetragen hat, bevor ich mir meinen Lieblingsfilm herauspicke und ein wenig darüber erzähle.
Und da es manchmal wirklich schwer war, sich für nur einen Film zu entscheiden, werde ich außerdem noch eine Nennung ehrenhalber aufnehmen, zu der ich nur einen kurzen Satz sagen werde.


Und damit ihr den Überblick behaltet, findet ihr an dieser Stelle eine Auflistung aller Jahre mit den zugehörigen Filmen.
  1. 2010 - Insidious & Monsters
  2. 2011 - Cabin in the woods & Trollhunter
  3. 2012 - Die Frau in Schwarz & Sinister


Das Titelbild stammt von Maret Hosemann und wurde heruntergeladen von Pixabay.